Autoren: James Ernest und Phil Foglio
Spieler: 2 und "mehr"
Dauer: ca. 45 Minuten
Spielmaterial: 112 Karten

Girls Genius: "The works" ist ein Spiel, dem ein amerikanisches Comic (Girls Genius) zugrunde liegt. Mir selber ist dieser Comic nicht bekannt und es ist für dieses äußerst ungewöhnliche Spiel auch nicht notwendig.
Der angenehme Nebeneffekt ist nur, dass das Spiel mit skurrilen Zeichnungen auf den Karten daherkommt. Die Grundannahme des Spiels ist, dass die Welt eine gigantische Maschine ist (die "The Works" genannt wird). Alles, was auf der Welt existiert, ist ein Zahnrad in dieser gigantischen Maschine.

Die Spieler sind Forscher, die im Getriebe dieser Maschine "herumpfuschen".
Das Spiel beginnt zunächst damit, dass man 12 Karten nach einem bestimmten Muster in die Tischmitte legt. Dabei werden die Karten so gelegt, dass immer eine Karten-Breitseite an eine Karten-Längsseite grenzt.
Jede Karte hat einen bestimmten Wert und auf ihren vier Rändern vier unterschiedliche Symbole in verschieden hoher Häufigkeit. Im Spiel versucht man durch Drehen einer Karte (um 180°) Kartenseiten mit gleichen Symbolen aneinander zu bringen. Gelingt einem das, dann muss man die Karte aufnehmen, welche das betreffende Symbol häufiger am Rand abgebildet hat.
Wenn man eine Karte aufnimmt, dann muss man die Anweisung ausführen, die auf der Karte steht. Dies kann unter anderem dazu führen, dass man eine weitere Karte aufnehmen muss und anschließend deren Anweisung ausführt. Liegen die Karten günstig, kann man das halbe Spielfeld "abräumen". Häufig bleibt es aber bei einer Karte. Anschließend wird das Spielfeld mit eigenen Handkarten nach Belieben aufgefüllt. Dabei versucht man die Karten natürlich so zu legen, dass der nächste Spieler möglichst wenig damit anfangen kann.

Das Ziel des Spiels ist es, Karten mit einem Gesamtwert von 100 Punkten zu sammeln. Das Knifflige in dem Spiel ist nun, dass nicht alle Karten positive Eigenschaften haben und dass eine Karte, die man aufnimmt, nicht unbedingt im eigenen Sammelstapel landet.
Die Wirkung so mancher Karte ist manchmal auch schwer abzuschätzen, so gibt es z.B. Karten die dazu führen, dass jede Karte des Spielfeldes um 90° gedreht wird. Womit sich eine völlig neue Konstellation ergibt.
Man muss auch ganz schön gucken, um alle Möglichkeiten zu sehen und um wirklich die Karte zu drehen, die für einen das Beste herausholt.
"The works" hat einen einzigartigen Spielmechanismus, den die Autoren als Strategie-Puzzle bezeichnen.
Mich hat das Spiel so überzeugt, dass ich mich auch nach der Lizenz des Spiels erkundigt habe. Leider haben die Autoren diesbezüglich derartig fantastische Vorstellungen, dass man da noch nicht mal ansatzweise drüber diskutieren kann.
So wird es bei diesem genialen Spiel leider bei einer teuren (weil Import) englischen Ausgabe bleiben. Das Englisch der Karten ist so, dass einfachstes Schulenglisch ausreicht, um sie zu verstehen.
Die unverständlichen Worte sind feststehende Spielbegriffe, die "eh" nicht übersetzt werden können. So bedeutet "pop", das man andere Karte aufnehmen und deren Anweisung ausführen soll.

Nur der Spieler, der die englische Regel liest, sollte ohne große Schwierigkeiten einfache englische Texte lesen können. Die auf den Karten verwendeten feststehenden Spiebegriffe werden in der Regel in einem eigenen Bereich deutlich erläutert. Hier zwei Beispiele für die Englisch-Kenntnisse, welche die Kartentexte erfordern:
Text: "Pop one card touching this card."
Bedeutung: Wenn du diese Karte aufnimmst, darfst du noch eine Karte "poppen", die diese Karte berührt.
Text: "Move a Spark from your hand to your Score Pile, or lose one turn."
Bedeutung: Bewege einen "Spark" von deiner Hand auf deinen Kartenstapel, in dem du deine Punkte sammelst, oder setze eine Runde aus. Ein "Spark" ist eine Karte ,auf der der Begriff "Spark" steht. Diese Begriffe findet man immer unter dem Kartennamen angegeben.
Verwirren lassen darf man sich nicht von der Tatsache, dass auf Karten, die keine weiteren Auswirkungen haben, nicht etwa nichts steht, sondern irgend ein Blödsinn wie "Do you have any candy?" oder "Do not think about a monkey."
Dieses Spiel ist ein 1A-Spiele-Tipp. Es läßt sich sowohl zu zweit als auch zu mehreren Spielern sehr gut spielen.
Achtung: Dies ist ein amerikanisches Spiel mit eglischen Texten auf den Karten.
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